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1972/1973

615 Schüler in 17 Klassen werden von 28 Lehrern unterrichtet

Im September 1972 nahm die Hauptschule an der Herschelstraße ihren vollen Betrieb auf. 615 Schüler bezogen die neue Schule. Sie verteilten sich auf 17 Klassen. Auf eine Klasse trafen somit 36 Schüler – eine Situation, die damals für eine Stadtschule normal war. Damit stieß die Schule bereits an das Limit ihrer Aufnahmefähigkeit. Nur ein Klassenzimmer war noch frei und das wurde für den Schreibmaschinenunterricht benötigt.

Die 615 Schüler wurden von insgesamt 28 Lehrkräften unterrichtet. Schulleiter war Rektor Ludwig Kaufmann.

Die Lehrkräfte der sog. ersten Stunde waren:

Klassenleiter: Bernecker Franz, Frey Anita, Glasow Rainer, LAA , Kaufmann Ludwig, Rektor, Lachotta Hildegard, Lieber Heinrich,Penzkofer Viktoria, Pils Johann, Schäffer Jürgen, Schnitzelbaumer E., LAA, Sitter Ingrid, LAA,Thaller Felix, Trautner Ute, Weisz Horst, Zarda Gertha, Zeis Karl, Zuleger Waltraud

Fachlehrer: Bensch Helga, Ellinger Elfriede, Klapper Erna, Wagner Ingeborg, Weigandt Peter

Religionslehrer: Eisenrieder Helmut, Hackner Reinhold, Hirse Helga, Förster Ludwig, Schramm Edeltraud

Dez 1977

Ingolstädter Anzeiger: Schulhaus-Neubau bald eine Ruine?

Der „Ingolstädter Anzeiger“ vom 15/16. Dez. 1977 schreibt:

Fünf Jahre nach ihrer Fertigstellung gibt die Schule an der Herschelstraße bereits ernsthafte Probleme auf. Das 6,2 Millionen teure, aus Fertigteilen erstellte Bauwerk ist an manchen Stellen von Rissen und teilweise sogar klaffenden Spalten im Fugwerk durchsetzt. Viele Eltern sind empört und fürchten um die Gesundheit ihrer Kinder; die Schulleitung hingegen misst dem Ganzen nur geringe Bedeutung bei. Anders hingegen reagieren Baufachleute, die den Zustand des Gebäudes mit Sorge betrachten. Mit allen Mitteln soll nun versucht werden, dem Schulhaus das Schicksal einer Neubau-Ruine zu ersparen.

Des Weiteren berichtete der „Ingolstädter Anzeiger“ auch von klaffenden, oft fingerdicken Hohlräumen zwischen den Betonteilen und sogar von durch die Absenkung des Untergrundes verschobenen Elementen. Man vermutete, dass sich der Untergrund um bis zu 20 cm abgesenkt haben könnte. Und Skeptiker befürchteten, dass komplette tragende Wände und Decken wieder abgetragen werden müssten, um das Fundament und die Verankerung festigen zu können.

Die ganze Aufregung erwies sich jedoch als Sturm im Wasserglas.

Was war nun wirklich passiert? Die zwischen die tragenden Betonfertigteile eingezogenen Wandteile aus Kalksandstein waren im Laufe der Jahre ausgetrocknet und damit geschwunden. Dadurch waren Risse und Fugen an Wänden und Türen entstanden, die ohne großen Aufwand mit Fugenmörtel geschlossen werden konnten. 22 Jahre nach dem Vorfall steht die Schule immer noch unverrückbar fest auf ihrem Fundament – man hatte aus einer Mücke einen Elefanten gemacht. Aber im Nachhinein ist man bekanntlich immer gescheiter.