Kategorie: Historie (Seite 16 von 17)

1982

Feier zum 10-jährigen Bestehen der Hauptschule a. d. Herschelstraße

Im Sommer 1982 feierte die Hauptschule an der Herschelstraße ihr 10-jähriges Bestehen.
Nach den obligatorischen Reden zeigten Lehrer und Schüler im Rahmen der offenen Schultür den Gästen ihre Schule und präsentierten Arbeiten aus Handarbeit, Kunsterziehung und Werken. Spiel und Spaß kamen ebenfalls nicht zu kurz.  Für Schwung und gute Laune sorgte die Lehrerband, und gar mancher ließ sich zu einem Tänzchen hinreißen.
Herr Rektor Kopp konnte in der Feierstunde im Forum als Ehrengäste die Geistlichen beider Konfessionen, den Elternbeirat, den Schulamtsdirektor und insbesondere den Oberbürgermeister Peter Schnell begrüßen.
 Der Elternbeirat sorgte für Speis’ und Trank, und so feierten Schüler, Lehrer, Eltern und Gäste bis in den Abend hinein bei herrlichem, warmem Wetter im Freien.

1983

Landesmeister in Basketball und Stadtmeister in Fußball

Basketball

Ob im Turnen bei Hallensportfesten oder in Leichtathletik im Stadion, die Schülerinnen und Schüler der Hauptschule an der Herschelsstraße lagen stets mit auf den vorderen Plätzen und heimsten zahlreiche Urkunden und Pokale ein.

Besonders erfolgreich aber waren sie im Jahr 1983. Die Basketballmannschaft der HSH wurde bei den Mannschaftswettkämpfen der bayerischen Schulen oberbayerischer Meister. Sportlehrer Peter Weigandt hatte die 15 Burschen erfolgreich trainiert. Mit einer Ingolstädter Plakette belohnte Bürgermeister Paul Wegmann die Sieger.

Die beste Basketballmannschaft aus den bayerischen Grund- und Hauptschulen in der Jahrgangsstufe 1968 bis 1972 kommt aus der Volksschule an der Herschelstraße. Beim gestrigen Landesfinale im Schulzentrum “Ochsenschlacht“ besiegte die Mannschaft von Sportlehrer Peter Weigandt die Vertretung der Hauptschule Neustadt/Aisch. Nur zum Bundesfinale nach Berlin dürfen die Ingolstädter nicht fahren: Das Entscheidungsspiel gegen die gleichaltrigen Buben der weiterführenden Schulen und Gesamtschulen verloren sie gegen die Gesamtschule Fürth nach einer kurzen Führung doch noch deutlich mit 19:65.

Donaukurier (22. März 1983)

Fußball

Spannend bis zur letzten Minute blieben die Fußballspiele um die Stadtmeisterschaft der Volksschulmannschaften der 5. und 6. sowie der 7. bis 9. Klassen.

Schließlich triumphierten jedoch in beiden Spielklassen die Mannschaften der Hauptschule an der Herschelstraße, die nach spannendem Kampf den begehrten Wanderpokal aus der Hand von Bürgermeister Wegmann entgegennehmen konnten.

Donaukurier (8. Juli 1983)

1988

Herschelschüler in Carrara Herbst 1988

Als Dank für die Betreuung zweier italienischer Schulklassen, die im April für eine Woche in Ingolstadt zu Gast waren, traten die Klassen 8a und 9a der Hauptschule an der Herschelstraße einen Gegenbesuch in der Partnerstadt Carrara an. Sechs Tage waren veranschlagt, um ein reichhaltiges Programm erleben und die Kontakte zu den italienischen Schülern erneuern zu können.

 

 

 

 

 

 

Da sich in Ingolstadt schon Freundschaften angebahnt hatten, war das Wiedersehen in der „Scuola media „Taliercio“  ein erster Höhepunkt der Reise. Sprachprobleme zwischen den Kindern gab es wenige. Wo die vorhandenen Englischkenntnisse oder die internationale Sprache „mit Händen und Füßen“ nicht ausreichten, konnten Schüler, die zweisprachig aufgewachsen sind, die Rolle des Dolmetschers übernehmen. Die Partnerklassen begleiteten die Ingolstädter Hauptschüler bei fast allen Unternehmungen des vielseitigen Programms. So nahmen sie zum Beispiel an der Besichtigung von Carrara teil oder erlebten die Bootfahrt von der Küstenstadt Lerici zu dem auf einer Halbinsel liegenden malerischen Ort Portovenere mit. Ein Besuch der Marmorbrüche von Carrara durfte natürlich auch nicht fehlen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Mit besonderer Vorfreude und Neugier hatten alle Teilnehmer dem Besuch von Pisa entgegengesehen: Tatsächlich übertraf der Anblick des Schiefen Turmes dann alle Erwartungen. Zum Gelingen dieser Studienreise trug das sommerliche Mittelmeerwetter ebenso bei wie die gute italienische Küche und die Unterbringung in einem strandnahen Hotel.

Oktober 1999

Schulsozialarbeit – Hebauf- und Eröffnungsfeier für „Cafe Herschel“

Schulsozialarbeit an der Herschelschule – Hebauf und Eröffnung von „Cafe Herschel“

Das Piusviertel ist geprägt von Hochhäusern und Wohnblöcken. Da bleibt für die Kinder und Jugendlichen wenig Raum, sich nach der Schule beim Sport auszutoben oder sonst etwas zu unternehmen. Kein Wunder, dass es deshalb immer wieder zu Konflikten mit Nachbarn und Mitbewohnern kommt. Vielfach arbeiten auch beide Elternteile, und so fehlt den Jugendlichen oftmals ein Ansprechpartner. Viele treiben sich deshalb lieber auf der Straße herum, als allein zu Hause zu sitzen.

 

Seit Oktober 1999 kümmert sich die Sozialarbeiterin Silvia Kopp um die Jugendlichen an der Herschelschule. Sie hat in Regensburg zwei Jahre Lehramt für Hauptschule und Sozialpädagogik studiert und ist Mutter einer Tochter.

Sie möchte Hürden für die Jugendlichen wegnehmen, ihre Eigeninitiative fördern, zu einem freundschaftlichen und verständnisvollen Umgang der Jugendlichen untereinander beitragen und mit Freizeitangeboten Schwung und Leben in die Schule bringen.

Silvia Kopp kooperiert dabei eng mit Lehrerschaft und Schulleitung. Sie betont: Nur gemeinsam lässt sich etwas erreichen.

Am Vormittag ist sie meist in ihrem Büro in der Schule erreichbar. Nach Rücksprache mit dem Lehrer können sie in dieser Zeit Schüler aufsuchen, wenn sie Probleme mit ihr besprechen wollen. Am Nachmittag ist die Cafeteria im Erdgeschoss, die Schüler mit Sofas eingerichtet und bunt dekoriert haben, Treffpunkt. Viele Jugendliche schauen hier regelmäßig vorbei.

Die Cafeteria ist aber zu klein und nur eine Übergangslösung – ein größeres und  praktischeres Domizil für die Jugendlichen ist bereits am Rande des Schulsportgeländes im Bau: Es wird aus vier Containern bestehen, die von einem gemeinsamen Dach mit weitem Vordach überdeckt sind, so dass auch im Freien eine gute Sitzmöglichkeit besteht. Ende Oktober fand bereits die Hebauffeier statt und im Frühjahr 2000 wird das „Cafe Herschel“ bezogen werden können.

Januar 1989

Immer mehr Aussiedlerkinder auch an unserer Schule

Da fragen alle mich: Woher kommst?

„Da hat die Lehrerin einen Buben mitgebracht. Den kannte keiner, und der konnte kein Deutsch. Die anderen haben nicht mit ihm gespielt. Sie haben ihn abgeschoben, und er war traurig und einsam.“

 

So klingt das, wenn die Mädchen und Buben der Klasse 5c in der Hauptschule an der Herschelstraße die Lesebuchgeschichte von Mustafa nacherzählen. Für die 23 Kinder ist das nicht nur irgendeine Geschichte. Sie haben in diesem Schuljahr selber schon dreimal erlebt, dass ihre Lehrerin Helga Schäffer ein fremdes Kind mitgebracht hat: Erst kam Thomas, dann Paul und schließlich Evelina; drei von vielen Aussiedlerkindern, die in Ingolstadt in die Schule gehen – und es werden immer mehr.

Auf der Tafel, die Frau Schäffer gerade aufklappt, da wächst ein Kreidebaum mit vielen bunten Blättern. Für jedes Kind in der Klasse eines. „Warum haben die Blätter verschiedene Farben?“ will die Lehrerin wissen. „Vielleicht sind die gelben Blätter für die Aussiedlerkinder, die lilanen für die Kinder, die eine andere Staatsangehörigkeit haben, und die blauen für die deutschen Kinder.“ Simone hat richtig geraten. „Aber ich bin doch auch deutsch“, protestiert da Annemarie, eines der Aussiedlerkinder.

Verwirrend ist das schon, aber die Klasse 5c ist eben ein buntes Häuflein: Sieben ausländische Kinder, zehn Ingolstädter und sieben Aussiedlerkinder. In anderen Ingolstädter Klassenzimmern sieht es ähnlich aus.
Donaukurier vom 17. Jan. 1989 (in Auszügen)

Was geschieht nun mit Kindern, die kaum oder gar nicht Deutsch sprechen?

Da gibt es über die Schulen der Stadt verstreut zunächst so genannte Übergangsklassen. In diesen Klassen erhalten Aussiedlerkinder ohne Deutschkenntnisse ganz gezielt und im großen Umfang Unterricht zum Erlernen der deutschen Sprache. Nach etwa einem Jahr, wenn sie genügend Deutsch können, werden sie in die entsprechende Regelklasse ihrer Schule eingewiesen.

Dort erhalten sie dann meist noch Intensivunterricht in deutscher Sprache, eine weitere Lernhilfe: Während die Klasse normalen Unterricht hat, gehen all die Kinder, die auf Grund ihrer mangelnden Deutschkenntnisse dem Unterricht nur ungenügend folgen können, in einen Spezialunterricht, der bis zu zehn Schulstunden in der Woche umfasst.
Wie an den meisten Schulen ist es auch an unserer Schule die Förderlehrerin, Frau Leipziger, die diesen Intensivkurs betreut.

Mai 1989

Über die Praxis zur Theorie – Konzept für die Schule an der Herschelstraße

Was der Stadtrat heute beschließen wird, dürfte weit reichende Folgen für die kommende Generation eines ganzen Ingolstädter Stadtteils haben: An Stelle des früher geplanten Schulzentrums Nordwest auf der grünen Wiese soll die bestehende Schulanlage an der Herschelstraße  als Hauptschule ausgebaut werden. Doch nicht nur das. An der Herschelstraße solle eine modellhafte Einrichtung nach den pädagogischen Ideen Georg Kerschensteiners (1854-1932) entstehen, das heißt, eine Unterrichtsstätte, die sich ganz auf das praktische Lernen konzentriert. Zusätzlich sind für junge und erwachsene Bürger des Piusviertels eine Stadtteilbücherei und ein Veranstaltungsraum für Theater, Vorträge, Konzerte und Filme im Gespräch.

Der Schüler soll über das handelnde Tun zum abstrakten Denken kommen. Seine Entwicklung führt vom praktischen zum theoretischen Interesse. Ein praxis- und berufsbezogenes Lernen im Sinne der Arbeitschule nach Georg Kerschensteiner verlangt Räumlichkeiten, die dieses Lernen ermöglichen. Dazu gehören Werkstätten für die Bereiche Holz-, Metall- und Textilverarbeitung, eine Küche, Experimentierräume für Physik, Chemie und Biologie, Räume für Kunst und Musik, ein Raum für Hauswirtschaft.

Die Situation der Hauptschüler im Sprengel Herschelstraße  ist im städtischen Vergleich von besonderen sozialen Gegebenheiten geprägt. Der Anteil von Schülern mit berufstätigen und allein erziehenden Elternteilen liegt derzeit bei rund 11 Prozent; bei rund 43 Prozent der Schüler sind beide Elternteile berufstätig. Für einen erheblichen Teil der Schüler bedeutet dies, dass sie am Nachmittag sich selbst überlassen bleiben. Angesichts dieser Entwicklung hat die Hauptschule die Aufgabe, zunehmend auch zu einem Ort der Begegnung und der Betreuung dieser Schüler zu werden.

DEZ 1972

Einweihung der Hauptschule a. d. Herschelstraße

Einweihungsfeier an der Herschelstraße

1. Dezember 1972
In der Volksschule an der Herschelstraße wird zwar seit Mitte Juli unterrichtet, gefeiert wurde der Neubau jedoch erst gestern mit der kirchlichen Weihe durch Domkapitular Schuster, Eichstätt, und den evangelischen Dekan Munzer sowie zahlreichen Ansprachen.
Die Aufmerksamkeit galt einem Novum im Ingolstädter Schulbau und einem geglückten Versuch gleichzeitig: Die Schule wurde in Rekordzeit aus Fertigteilen gebaut. Im März 1971 beschloss der Stadtrat den Bau, im September wurde bereits mit den Arbeiten begonnen, zwei Monate später war der Rohbau fertig, und heuer im Juli konnte die Hauptschule von der Ungernederstraße  in die „Schule aus dem Baukasten“ an der Herschelstraße umziehen.

Verblüffend wie die Bauzeit sind auch die Kosten, die relativ niedrig gehalten werden konnten:

Grunderwerb und Erschließung: 1 500 000 DM

Baukosten:                   3 836 000 DM

Einrichtung:                    541 000 DM

Freizeitsportanlage:          115 000 DM

Außenanlagen:                 250 000 DM

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Gesamtkosten:               6 242 000 DM

Dafür entstanden 18 Klassenräume in einer überaus günstigen, zum Teil auch flexiblen Raumanordnung und Sonderräume für Werken, Naturlehre und Handarbeit. Dazu eine 648 Quadratmeter große Sporthalle, die sich in Turn- und Gymnastikraum teilen lässt. Vielseitig nutzbar ist auch das Schulforum. Obwohl in erster Linie als Pausenhalle gedacht, lässt sich dieser Raum auch für Veranstaltungen verschiedenster Art verwenden.

Beim Rundgang durch die Schule wurde dem Bauwerk viel Lob gezollt. Die Bauweise aus Fertigteilen hat sich bewährt, und es stimmt, wie Oberbürgermeister Peter Schnell sagte, dass hier das Rationelle durchaus auch architektonischen Ansprüchen Rechnung trägt.

Bei der Feierstunde, die Schülerinnen und Schüler mit Gesang und Musik auf Orff-Instrumenten umrahmten, betonte Domkapitular Schuster die Notwendigkeit einer im Glauben begründeten Erziehung. Dekan Munzer unterstrich, dass Bildung und Erziehung das Wohl der Gemeinschaft im Sinn zu haben hätten.  Namens der mit Planung und Bauleitung betraut gewesenen Architekten Elfinger und Zahn sowie Rausch und Zitzelsperger  sprach Werner Rausch. Er unterstrich, dass mit dieser Schule der Nachweis erbracht sei, dass Ingolstädter Architekten und Firmen in der Lage sind, in Fertigteilen nicht nur zweckmäßig, sondern auch schön zu bauen.

Für die Baufirma Rudolf Röß, die die Schule als Generalunternehmer ausführte, unterstrich Manfred Röß die Zweckmäßigkeit der Bauweise. Der OB stützte sich bei seinen Ausführungen im Wesentlichen auf eine illustrierte Druckschrift, die auch den Gästen an der Feier zu Verfügung stand. Namens der Regierung von Oberbayern beglückwünschte Regierungsschuldirektor Grill Stadt und Schule zu dem Neubau. Oberschulrat Weber betonte die Notwendigkeit der Zusammenarbeit zwischen Elternhaus, Schule und Kirche. Der Schulleiter, Rektor Kaufmann, dankte allen am Bau Beteiligten für das gelungene Werk.

Nach der Besichtigung des Hauses – hier gefiel sehr der farbige Wandschmuck, den Knut Schnurer entworfen und Herbert Geier ausgeführt hat – stärkte man sich bei Leberkäs, Semmeln, Brezn und Bier.

Donaukurier (2./3. Dez. 1972) in Auszügen

Juli 1972

Bezug der Schule: Als Grundschule vorgesehen – zur Hauptschule avanciert

Im März 1971 hatte der Stadtrat beschlossen, an der Herschelstraße eine 18-klassige Schule mit Turnhalle zu errichten. Die vorgesehene Konstruktion mit Fertigteilen sollte garantieren, dass die Anlage zu Beginn des Schuljahres 1972/73 voll für den Unterricht zur Verfügung steht. Tatsächlich erforderte das Projekt mit allen Eingabeplänen bis zur Fertigstellung nur ein Jahr Zeit.  Mit einem Gesamtkostenaufwand von 6,24 Millionen DM wurde die neue Schule in einer Rekordzeit von nur knapp 11 Monaten zur Entlastung der Schule an der Ungernederstraße (Piusschule) erbaut.

Bereits Mitte Juli 1972 wurden die 5., 6., 7. und 8. Klassen dorthin „ausgelagert“. Was zunächst nur ein Provisorium sein sollte, stellte sich nun geradezu als eine Ideallösung heraus: Die neue Schule an der Herschelstraße, als Grundschule konzipiert, war quasi über Nacht zur Hauptschule avanciert.

Die Vorteile dieser „Not“-Lösung waren so zahlreich, dass man sich fragte, warum man nicht von vorneherein diese Schule als Hauptschule geplant hatte.

1.   Da ist nun einmal der Schulweg: Von der östlichen Grenze des Schulsprengels, der etwa mit der Bahnlinie Nürnberg-Ingolstadt verläuft, haben jetzt nicht die kleinsten, sondern die schon geübteren, größeren Kinder den weiten Weg in die an der westlichen Grenze des Sprengels liegende neue Schule.

 

2.   In den um eine halbe Raumhöhe versetzten nördlichen Obergeschossen befinden sich zwei Mal fünf, im südlichen Flügel zwei Mal vier Klassenräume. So kann die Unterbringung der Klassen flurweise erfolgen: Im südlichen Flügel die vier 5. Klassen im ersten und die vier 6. Klassen im zweiten Stock; im nördlichen Flügel die vier 7. Klassen im ersten und die drei 8. sowie die zwei 9. Klassen im zweiten Obergeschoss.

 

3.   Die Lehrkräfte brauchen sich (damals wurde noch nicht nach Grundschullehrer und Hauptschullehrer unterschieden) in ihrer Erziehungs-Methodik, die naturgemäß  für die oberen Klassen anders geartet ist, nicht dauernd umzustellen, da nur Hauptschüler an der Schule sind.

 

Natürlich entsprach die Klassenstärke von durchschnittlich 35 Schülern noch nicht der Idealgröße. Eine Erweiterung der Schule nach Süden um je zwei Klassen je Geschoss, das sind sechs Zimmer, war bereits im Plan vorgesehen.

1972/1973

615 Schüler in 17 Klassen werden von 28 Lehrern unterrichtet

Im September 1972 nahm die Hauptschule an der Herschelstraße ihren vollen Betrieb auf. 615 Schüler bezogen die neue Schule. Sie verteilten sich auf 17 Klassen. Auf eine Klasse trafen somit 36 Schüler – eine Situation, die damals für eine Stadtschule normal war. Damit stieß die Schule bereits an das Limit ihrer Aufnahmefähigkeit. Nur ein Klassenzimmer war noch frei und das wurde für den Schreibmaschinenunterricht benötigt.

Die 615 Schüler wurden von insgesamt 28 Lehrkräften unterrichtet. Schulleiter war Rektor Ludwig Kaufmann.

Die Lehrkräfte der sog. ersten Stunde waren:

Klassenleiter: Bernecker Franz, Frey Anita, Glasow Rainer, LAA , Kaufmann Ludwig, Rektor, Lachotta Hildegard, Lieber Heinrich,Penzkofer Viktoria, Pils Johann, Schäffer Jürgen, Schnitzelbaumer E., LAA, Sitter Ingrid, LAA,Thaller Felix, Trautner Ute, Weisz Horst, Zarda Gertha, Zeis Karl, Zuleger Waltraud

Fachlehrer: Bensch Helga, Ellinger Elfriede, Klapper Erna, Wagner Ingeborg, Weigandt Peter

Religionslehrer: Eisenrieder Helmut, Hackner Reinhold, Hirse Helga, Förster Ludwig, Schramm Edeltraud

Dez 1977

Ingolstädter Anzeiger: Schulhaus-Neubau bald eine Ruine?

Der „Ingolstädter Anzeiger“ vom 15/16. Dez. 1977 schreibt:

Fünf Jahre nach ihrer Fertigstellung gibt die Schule an der Herschelstraße bereits ernsthafte Probleme auf. Das 6,2 Millionen teure, aus Fertigteilen erstellte Bauwerk ist an manchen Stellen von Rissen und teilweise sogar klaffenden Spalten im Fugwerk durchsetzt. Viele Eltern sind empört und fürchten um die Gesundheit ihrer Kinder; die Schulleitung hingegen misst dem Ganzen nur geringe Bedeutung bei. Anders hingegen reagieren Baufachleute, die den Zustand des Gebäudes mit Sorge betrachten. Mit allen Mitteln soll nun versucht werden, dem Schulhaus das Schicksal einer Neubau-Ruine zu ersparen.

Des Weiteren berichtete der „Ingolstädter Anzeiger“ auch von klaffenden, oft fingerdicken Hohlräumen zwischen den Betonteilen und sogar von durch die Absenkung des Untergrundes verschobenen Elementen. Man vermutete, dass sich der Untergrund um bis zu 20 cm abgesenkt haben könnte. Und Skeptiker befürchteten, dass komplette tragende Wände und Decken wieder abgetragen werden müssten, um das Fundament und die Verankerung festigen zu können.

Die ganze Aufregung erwies sich jedoch als Sturm im Wasserglas.

Was war nun wirklich passiert? Die zwischen die tragenden Betonfertigteile eingezogenen Wandteile aus Kalksandstein waren im Laufe der Jahre ausgetrocknet und damit geschwunden. Dadurch waren Risse und Fugen an Wänden und Türen entstanden, die ohne großen Aufwand mit Fugenmörtel geschlossen werden konnten. 22 Jahre nach dem Vorfall steht die Schule immer noch unverrückbar fest auf ihrem Fundament – man hatte aus einer Mücke einen Elefanten gemacht. Aber im Nachhinein ist man bekanntlich immer gescheiter.

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