Schlagwort: 2009

HSH ist Prüfungszentrum

Die Hauptschule Herschelstraße ist seit 2. Dezember 2009 autorisiertes Prüfungszentrum für den Europäischen Computerführerschein und somit die erste Hauptschule in Ingolstadt.

Grundlegende Fertigkeiten im Bereich der Informationstechnologie gewinnen immer mehr an Bedeutung. Die HSH  gibt ihren Schülern die Möglichkeit ihre Chancen bei Bewerbungen durch zusätzliche Qualifikationen im Bereich der Informationstechnologie zu verbessern.

Der ECDL ist ein internationales Zertifikat für Computer Anwender, das grundlegende Kenntnisse in der Beherrschung der Office-Anwendungen bescheinigt. Der Computer-Führerschein ist in 132 Ländern anerkannt und besteht aus sieben Modulen.

Spende des Flohmarktteams Gaimersheim

Über eine Spende von 50 € des Flohmarkteams Gaimersheim konnte sich unsere Ganztagesklasse 6 freuen.

Für das Geld wurden Gesellschaftspiele auf dem Spieleflohmarkt gekauft, die jetzt als Adventskalender in der Klasse hängen und jeden Tag eine neue Überraschung bringen.

 

DK über Schülerfrühstück

DonauKurier vom 3.4.2009

Müsli, Obst und Nutellabrot

Ingolstadt (DK)

Viele Schüler kamen jeden Morgen mit leerem Magen zum Unterricht. Deshalb musste Rektor Michael Schels etwas unternehmen. Mit der finanziellen Hilfe des Lions Club können seit Februar die Kinder kostenlos bis Schulbeginn frühstücken.

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Gegen 7.20 Uhr sitzt bereits der erste Schüler mit seinem Nutellabrot am Tisch. Noch etwas müde zwar, aber hungrig genug um bereits 40 Minuten vor Schulbeginn im Schulhaus zu sein. Kurz nach halb acht kommt dann der große Ansturm. Mehrere Schüler laufen gleichzeitig in den Raum, der für das Schülerfrühstück hergerichtet wurde. Brot, Müsli, Saft und Nutella im Visier.

Morgens aufstehen, zur Schule gehen, lernen und denken den ganzen Vormittag und erst nach Schulschluss zu Hause etwas essen. So verbringen viele Kinder jeden Tag der Woche – ohne Frühstück. „Wir haben eine Umfrage unter unseren Schülern gemacht und feststellen müssen, dass die meisten bis 13 Uhr nichts zu essen haben. Unter diesen Umständen können die Schüler keine Leistungen bringen. Dagegen mussten wir etwas unternehmen.“ Und das hat Michael Schels, Rektor an der Hauptschule an der Herschelstraße, auch getan.

Seit Februar dieses Jahres können die Schüler der Hauptschule an der Herschelstraße jeden Morgen von 7.15 bis 8 Uhr kostenlos frühstücken. „Wir haben Toastbrot, Schwarzbrot, Honig, Marmelade, Nutella, Käse, Äpfel, Müsli, Orangensaft, Kaba, und zu Ostern gibt es bunte Eier“, erklärt die Hauswirtschaftskraft Corinna Böhnhardt, die jeden Tag die Lebensmittel einkauft und sie an die Schüler austeilt.

„Meine Eltern sind schon früh in der Arbeit, und alleine mag ich zu Hause nicht frühstücken. Deshalb komme ich jeden Tag hierher“, erzählt die elfjährige Jessica. Auch Artem mag mit seinen zwölf Jahren nicht allein essen: „Ich treffe mich immer mit Freunden hier zum Frühstücken. Da können wir uns unterhalten.“ Das Konzept für das Schülerfrühstück hat die Sozialpädagogin Katharina Graf mit einer Kollegin entwickelt: „Es sollte gesund sein, aber auch einfach. Eben so, wie ein Frühstück zu Hause bei den Eltern auch ist.“ Zur Umsetzung brauchte die Schule aber noch einen Sponsor und den fand sie im Lions Club Ingolstadt. „Wir wollen die Kinder fördern, wo wir nur können. Deshalb unterstützen wir die Herschelschule und wir haben auch vor, das Projekt auf andere Schulen auszuweiten“, erläutert Jürgen Gebhardt, Leiter des Lions Club Ingolstadt.

Die Kinder sind den Organisatoren dankbar: „Zu Hause müsste ich alles selbst herrichten, das dauert mir zu lange. Hier geht’s viel schneller, deshalb komme ich auch jeden Tag“, freut sich die 13-jährige Selver. „Und wir können zusammen frühstücken“, ergänzt ihre Freundin Regina. Auch die Freunde Ardict und Denis wollen nicht allein essen und treffen sich deshalb morgens schon in der Schule.

Nicht nur den Schülern gefällt das vielfältige Frühstück. Rektor Michael Schels hat schon erste Reaktionen des Elternbeirats bekommen: „Die sind begeistert!“ Nach sieben erfolgreichen Schülerfrühstücks-Wochen können die Kinder nur hoffen, dass dieses nahrhafte Projekt noch lange bestehen bleibt.

Von Franziska Knabel

DK über Antigone

Der Rhythmus von Antigone

Ingolstadt (DK) Die Jugendlichen haben je zwei Steine mitgebracht, sich einen Rhythmus ausgedacht und sich Gedanken darüber gemacht, was sie unbedingt in ihrem Leben erreichen wollen. Das waren die Hausaufgaben für die Akteure des Klangtheater-Projekts „unbedingt! Antigone“. Heute ist an der Hauptschule Lessingstraße eine Probe mit der Musikerin Robyn Schulkowsky angesetzt – da geht es ans Eingemachte.

Die Künstlerin verspätet sich, und die Jugendlichen erzählen. Der 14-jährige Gennadi weiß genau, was er will: „Eine glückliche Familie und ein Auto.“ Warum ausgerechnet das? „Weil ich ja nicht als einsamer Mensch sterben will.“ Oguz, ein 13 Jahre alter Hauptschüler, will Tänzer werden, und Basak möchte später einmal Zwillinge bekommen und wünscht sich ansonsten einen guten Beruf und Frieden in der Familie.
Wille und Gesetz

Den hatte gerade Antigone nicht. Die Gestalt aus der griechischen Mythologie, Spross der inzestuösen Ehe zwischen Iokaste und Ödipus, begeht am Ende Selbstmord. Die Hauptschüler wissen noch nichts Genaues von diesem tragischen Stoff, dem Konflikt zwischen göttlichem und menschlichem Gesetz. „Das war halt eine Frau, die ihren Willen durchsetzen wollte“, erklärt Veronika mit einfachen Worten.

Die Zwölfjährige hat schon im vergangenen Jahr bei „Elektras Traum“ mitgewirkt, hatte sogar eine tragende Rolle: „Ich hab’ den Text von Chrysothemis gesprochen, von oben vom Balkon“, erzählt sie stolz. Und auch Anneliese (15) ist schon zum zweiten Mal mit von der Partie. „Anfangs kamen Anastasia und ich uns wie Außenseiter vor“, erinnert sie sich an die ersten Begegnungen mit den Mitspielern von den Realschulen und Gymnasien. „Aber dann kamen diese Workshops am Habsberg und in Pfünz, und dort haben wir uns angefreundet. Ich hab’ noch mit ein paar Leuten Kontakte im Internet.“

Genau das ist Sinn des Integrationsprojekts. Die Mädchen haben andere Mitschülerinnen mitgerissen, und jetzt sind alle Feuer und Flamme für das Projekt, fiebern der bevorstehenden Aufführung entgegen und suchen erst einmal ihren Rhythmus, den Klang für Antigone. Sie üben und üben, stampfen und klatschen, bis die Künstlerin endlich hereingehetzt kommt, direkt von der Probe an der Herschelschule.

Es gibt einen Sonderapplaus für Robyn. Vor allem Anneliese ist hin und weg von der charismatischen Frau mit den langen grauen Haaren und den intensiven blauen Augen: „Die ist so verrückt drauf, das mag ich, das ist cool“, schwärmt die 15-Jährige. Aber auch streng: „Mathe, Mathe, Mathe, Mathe“, ruft die Schlagzeugerin immer wieder, zählt dabei von eins bis zwölf, rechter Fuß und linker Fuß, klatscht einmal auf eins, vier, sieben, zehn und das andere Mal bei eins, fünf und neun. „Vier Mal drei , drei Mal vier.“

Mathe, Mathe, Mathe

Manchen fällt es leicht mit diesem Poyrhythmus, einige Jugendliche tun sich schwer. „Seid ihr alle so schlecht in Mathe“, schimpft Robyn. Ein Mädchen schafft es immer noch nicht: „Hast du ein Problem? Sind dir die Füße festgeklebt“ Und dann ruft die Musikerin wieder: „Mathe, Mathe, Mathe!“

Unerbittlich gibt sich die Künstlerin, aber die Jugendlichen bleiben bei der Sache, konzentrieren sich, bemühen sich, zählen und stampfen und klopfen ihre Steine aneinander. Und plötzlich, für einen kurzen Moment, tritt aus diesem Klack, Klack, Klack ganz klar der Klang heraus – der Klang für Antigone. „Alles, was wir länger als drei Minuten, länger als eine Popnummer hinkriegen, ist toll“, meint Robyn Schulkowsky nach der Probe, und sie wirkt plötzlich sehr zufrieden. „Die Disziplin ist mir wurscht, aber wir müssen Verantwortung entwickeln.“

Es sind nur wenige Proben mit Robyn Schulkowsky und der Regisseurin Eva Lange angesetzt, die für das Konzept und die künstlerische Leitung von „unbedingt! Antigone“ verantwortlich sind. Zwischendurch üben die rund 100 beteiligten Jugendlichen mit ihren Lehrern. Im Juni beginnt dann die heiße Phase, die Aufführungen finden am 14., 15. und 16. Juli in der alten Viehmarkthalle statt.

Begleitend dazu werden aber auch verschiedene Projekte in den Quartieren und an den Schulen umgesetzt zu Themen wie Zivilcourage und Gewalt. Parallel laufen außerdem eine Grafikgruppe und Improvisationstheater. 144 000 Euro stehen insgesamt zur Verfügung. „Wir wollen das Projekt auf eine breite Basis stellen“, erklärt Christoph Bittlmayer, Stadtteilkoordinator im Augustinviertel. Antigone soll weiterklingen – in der ganzen Stadt.

Von Suzanne Schattenhofer