Autor: johannes (Seite 13 von 15)

Gesundes Frühstück an Ingolstadts Schulen

Kultusminister Siegfried Schneider besuchte auch unsere Schule

Quelle: Donaukurier vom 22.07.2008

Minister am Frühstückstisch

 

Ingolstadt (rl) Der Schulchor singt übers gesunde Frühstück, wenig später sitzt der Herr Minister, Jahrgang 1956, in der Grundschule an der Ungernederstraße in der Klasse 2 b selbst mit am Frühstückstisch. Das Stühlchen ist für den groß gewachsenen Kultusminister Siegfried Schneider viel zu klein. Oberbürgermeister Alfred Lehmann, ebenfalls nicht von kleinem Wuchs, bleibt lieber gleich stehen. Mit Joghurt, Müsli und Obstsalat sind Schneider und Lehmann für einen langen Tag gut gerüstet.

Drei Termine absolviert Schneider gestern Vormittag in Ingolstadt – nach der Grundschule in der Ungernederstraße besucht er die Hauptschule in der Herschelstraße und die Euro-Sprachenschule. Nach zwei aufeinanderfolgenden gesunden Frühstücken in der Ungernederstraße geht es zum Mittagessen an die Herschelschule. Gesprächsthema hier: Ganztagsschule und Mittagsbetreuung. Obwohl es eigentlich eine Aktion im Rahmen der Aktion „Rollentausch“ ist, schlüpft Schneider nicht in die Rolle eines Lehrers (wäre ohnehin sein eigentlicher Beruf). Er hat vielmehr ein offenes Ohr für die Probleme der Lehrer und der Sozialpädagogen, die für die Caritas-Kreisstelle Ingolstadt die offene Ganztagsbetreuung in der Schule an der Herschelstraße betreuen. Seit 2002 gibt es hier eine offene Ganztagsbetreuung, bei der verschiedene Angebote wie Hausaufgabenbetreuung oder Mittagsverpflegung gebucht werden können. 2007 wurde die so genannte gebundene Ganztagsbetreuung (bis 16 Uhr) eingeführt. Das Problem: Bei fünf von 25 Kindern, die die Ganztagsklasse besuchen, konnten (oder wollten) im Juni die Familien das tägliche Mittagessen (zwei Euro pro Tag) nicht bezahlen. Der Wunsch, den die Vertreter von Caritas und Schule an den Kultusminister herantragen: Mehr finanzielle Förderung und mehr sozialpädagogisch ausgebildetes Personal.

Einen Zuschuss fordern zuvor bereits die Vertreter der Grundschule an der Ungernederstraße. Auch hier droht das auf Initiative von Sigrid Helmer, Ernährungsberaterin am Ingolstädter Gesundheitsamt, eingeführte „gesunde Frühstück“ am Geld zu scheitern – wenn es keine Sponsoren gibt. Und dabei geht es um einen Betrag von einem Euro pro Monat, der von den Lehrern in der Schule eingesammelt wird. Laut Umfrage gehen 70 Prozent der Schüler morgens mit leerem Magen in die Schule.

„Ernährung ist die Grundlage von Leistungsfähigkeit“, sagt Schneider. Das Frühstück, das an verschiedenen Ingolstädter Schulen angeboten wird, ist eine Art Vorläufer des Programmes „Voll in Form“. Dieses wird derzeit an 27 Schulen in Bayern getestet und im nächsten Schuljahr flächendeckend eingeführt. Im Gegensatz zu den vorhergehenden Terminen ist das kulinarische Angebot für Schneider in der Euro-Sprachenschule ungleich karger. Laut Erna Beu, Inhaberin der staatlich anerkannten, privaten Sprachenschule, ist im Schulgebäude das Essen nämlich streng verboten. Aber der Minister ist ja noch satt. . .

Von Ruth Stückle

1990

Besuch aus Halle-Neustadt von der Dr.-Salvador-Allende-Oberschule

Nach der Wiedervereinigung Deutschlands im Jahre 1989 war das Interesse der Westler und der Ostler groß, die Verhältnisse im jeweils anderen Landesteil kennen zu lernen. So kam es, dass im Sommer 1990 Lehrerkollegen der Dr.-Salvador-Allende-Oberschule aus Halle-Neustadt, von der Stadt Ingolstadt eingeladen, mehrere Ingolstädter Schulen besuchten, um  sich über die westlichen, und ganz speziell die bayerischen Schulverhältnisse zu informieren.

 Halle  Nach der üblichen Begrüßungszeremonie und dem Austausch von Geschenken kam man sich bei einer zünftigen bayerischen Brotzeit bald näher und es kam zu einem fruchtbaren Gedankenaustausch über die Schulsituation hüben und drüben
 Halle  Der Schulleiter der Schule aus Halle-Neustadt lud nun auch seinerseits eine Lehrervertretung unserer Schule für den Oktober zu einem Gegenbesuch nach Halle-Neustadt ein.
 Halle  Daraus wurde aber leider nichts, da es dort nur private Unterbringungsmöglichkeiten gegeben hätte und auch weil die Schulleitung der dortigen Schule „im Zuge der Demokratisierung des Bildungswesens“ in den neuen Bundesländern ausgewechselt wurde

1991

Schule mausert sich zum Großprojekt – Kerschensteiner Modell

Donaukurier (05.08.91):

An der Herschelschule ist Großes geplant: Zum einen sollen – einmalig in Bayern – in der dortigen Hauptschule im Rahmen einer Schule des praktischen Lernens die pädagogischen Ideen von Georg Kerschensteiner (1854-1932) verwirklicht werden, zum anderen ist geplant, einen Hort für 80 Schülerinnen und Schüler einzurichten. Schließlich ist auf dem jetzigen Schulgelände auch noch der Bau einer Stadtteileinrichtung mit Cafeteria, Stadtteilbücherei und Mediothek, Veranstaltungsräumen, Jugendtreff und anderem vorgesehen.

Den ersten und kleinsten von insgesamt vier Bauabschnitten – ein Anbau im Süden an das bestehende Schulhaus für rund 3,3 Millionen Mark – hat der Stadtrat bereits genehmigt. In der jüngsten Sitzung hat das Plenum nun auch dem Raumprogramm für den zweiten (Werkstätten), dritten (Stadtteilzentrum) und vierten (Hort) Bauabschnitt zugestimmt.

Allerdings hat der Stadtrat bewusst offen gelassen, wer die Trägerschaft über den Hort und die Stadtteileinrichtung übernehmen soll. Im Gespräch ist der Förderkreis für integrierte Erziehung, der sich bereits von Anfang an an den Planungen beteiligt hat. Offen ist nach wie vor auch, ob das ehrgeizige Vorhaben wirklich in allen Punkten verwirklicht wird, denn, so hat der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung entschieden: „Über die Realisierung des Gesamtprojektes oder Teilen hiervon entscheidet der Stadtrat im Rahmen seiner Haushaltsbeschlüsse.“

Anmerkung: Zehn Jahre nach der Proklamation dieser großartigen Vorhaben wurde bisher leider nur die Schulhauserweiterung Süd realisiert. Die Pläne für das sogenannte „Kerschensteiner-Haus“ sind nun aber recht konkret und scheinen nun doch in den nächsten Jahren verwirklicht zu werden.

Juli 1992

Feier zum 20-jährigen Bestehen der Hauptschule a. d. Herschelstraße

Wie schon zehn Jahre davor feierte die Hauptschule an der Herschelstraße im Jahre 1992 wieder einen bedeutenden Jahrestag ihres Bestehens – dieses Mal den 20sten.

20 Jahre
 

Im Juli versammelten sich im Forum der Schule Schüler, Lehrer, Elternvertreter, die Geistlichkeit beider Konfessionen, Herr Schulamtdirektor Josef Mayerhofer und – was uns natürlich besonders ehrte – Herr Oberbürgermeister Peter Schnell nebst Gattin.

   

In den obligatorischen Reden wurde der schulischen Erfolge der letzten 20 Jahre gedacht, aber auch ein Blick in die zukünftige Entwicklung der Hauptschule an der Herschelstraße gewagt. Besonders erfreulich war die Botschaft, dass es nun mit dem Erweiterungsbau Süd beginnen sollte und er bereits im Jahre 1993 bezogen werden könnte. Damit wäre der schlimmsten Raumnot für einige Jahre abgeholfen.

   

Ein buntes Programm mit Sketchen, Liedern und Tanzdarbietungen zwischen den einzelnen Ansprachen gab der Feier Lockerheit und Würze. Anschließend konnten sich die Gäste in der Schule umsehen und die Ausstellungen in den Textil- und Werkräumen begutachten. Natürlich war auch für Speis und Trank gesorgt, so dass für jeden Geschmack etwas geboten war.

Als Ehrengäste konnte Konrektor Ortler den ehemaligen Schulleiter und Gründungsrektor  Herrn Ludwig Kaufmann und die bereits pensionierten Lehrkräfte Frau Penzkofer, Herrn Zeis und Herrn Thaller begrüßen.

 

November 1992

Hoher Besuch aus Japan an unserer Schule

Japanische Lehrerdelegation an unserer Schule

Im Herbst 1992 machte eine Gruppe japanischer Lehrer und hoher Beamter des Ministeriums für Erziehung, Wissenschaft und Kultur auf ihrer Studienreise durch einige Länder Europas auch Station in Ingolstadt. Dabei besuchten sie auch unsere Schule, was uns nicht wenig stolz machte.

   

Nach der Begrüßung durch ein Lied unseres Schulchores hieß Rektor Kopp die japanischen Kollegen an unserer Schule herzlich willkommen und legte ihnen die Grundzüge des bayerischen Schulsystems dar. Die Japaner verstanden natürlich kein Deutsch, aber zum Glück hatten wir einen Lehrer an unserer Schule, der mit einer Japanerin verheiratet war. Sie hatte sich bereit erklärt zu dolmetschen, so dass die Verständigung reibungslos klappte. Außerdem konnten wir uns im persönlichen Gespräch mit den Japanern, wenn auch etwas holprig, in Englisch verständigen.

   

Ganz besonderes Interesse zeigten die Gäste natürlich am praktischen Unterricht. Deshalb wurden sie auf mehrere Klassen aufgeteilt, wo sie hautnah erleben konnten, wie an unserer Schule Erdkunde- oder Mathematikunterricht gestaltet wird. Die Japaner fanden anscheinend alles sehr interessant, denn sie machten sich laufend Notizen und schossen unzählige Fotos.

   

Als Dankeschön luden sie zum Abschluss ihrer Visite Vertreter aller Schulen, die sie in Ingolstadt besucht hatten, zu einem Abschiedsessen in den Rappensberger Hof ein. Im November erhielten wir außerdem ein Dankesschreiben aus Japan. Dem Schreiben lag eine Hochglanzbroschüre bei, in der die einzelnen Teilnehmer der Studienreise ihre Eindrücke und Erfahrungen in Wort und Bild schildern – natürlich alles in Japanisch. An Hand der eingefügten Fotos lässt sich aber erkennen, dass der Besuch in Ingolstadt in fünf Beiträgen gewürdigt wird.

September 1993

Ein Psychologe nimmt an der Herschelschule seine Arbeit auf

Anfang des Schuljahres 1993/94 bekam die Hauptschule an der Herschelstraße Verstärkung durch einen Schulpsychologen. Er heißt Helmut Bauhuber und hat neben seinem Lehrerstudium auch ein Psychologiestudium absolviert.

Helmut Bauhuber M. A. (Magister Artium)

·        geboren am 11.07.1954
·        verheiratet, 1 Tochter, 1 Sohn
Schulischer und beruflicher Werdegang:

·        Volksschule

·        Ausbildung zum Dekorateur

·        Postbeamter im Zustelldienst

·       Abendgymnasium – allgemeine Hochschulreife (Abitur)

·        Studium für das Lehramt an der Hauptschule mit schulpsychologischem Schwerpunkt

·        Zweitstudium in Psychologie, Pädagogik, Soziologie

·        Magister Artium  (M. A.)

·        Schulungspsychologe bei der Nürnberger Versicherung

·        Selbstständiger Finanzberater

·        Seit 1991 Schuldienst im Landkreis Eichstätt

·        Seit 1993 Lehrer und Schulpsychologe an der Hauptschule an der Herschelstraße in Ingolstadt

Was macht ein Schulpsychologe?

Wenn Schülern oder auch Lehrern Probleme über den Kopf wachsen, ist die Hilfe des Schulpsychologen gefragt:

Da bringt z. B. ein Schüler seinen Lehrer zur Verzweiflung, weil dieser im Unterricht herumspaziert, den Papierkorb umkickt, dazwischenruft und sich weigert, Hausaufgaben anzufertigen. Ein anderer ist aufgefallen, weil er bei Prüfungen wie gelähmt ist. Eine Schülerin hat ungezählte Ohnmachtsanfälle hinter sich. Ein Vierter schwänzt so häufig die Schule, dass es schon auffällt, wenn er doch mal auftaucht.

So ein Verhalten ist nicht normal. Wo aber liegen die Gründe dafür? Dem nachzugehen und Hilfe zu leisten, ist die Arbeit des Schulspychologen.

Unter den Schülern der Hauptschule an der Herschelstraße sind viele Kinder von Ausländern, Aussiedlern und sozial schwachen Familien. Da häufen sich ganz zwangsläufig Probleme, wie oben geschildert.

Die Schüler können sich mit ihren Problemen von selbst an Herrn Bauhuber wenden, andere kommen wiederum über die Vermittlung eines Lehrers in seine Beratung.

Da Herr Bauhuber neben seiner Tätigkeit als Psychologe aber auch Unterricht zu erteilen hat, bleiben ihm nur acht Stunden in der Woche für seine Beratertätigkeit. Dabei betreut er neben der Hauptschule an der Herschelstraße auch Problemfälle der Grundschule an der Ungernederstraße. Wenn deshalb nach wiederholten Gesprächen mit Schülern, Eltern und Lehrern kein Erfolg abzusehen ist, muss er den Problemschüler zur Therapie an eine andere Stelle vermitteln.

Nachtrag:  Seit Beginn des Schuljahres 2001/2002 ist Herr Bauhuber Beratungsrektor. In dieser Funktion leitet er das

Beraterzentrum

an der Grundschule Ungernederstraße 11

Tel. 0841/4937821.

Er selbst und Beratungslehrer verschiedener Ingolstädter Schulen können bei schulischen Problemen aller Art zur Beratung aufgesucht werden. Telefonische Anmeldung ist erwünscht.

November 1993

Der Erweiterungsbau der Schule nimmt offiziell seinen Betrieb auf

Erweiterungsbau offiziell eingeweiht – 24. Nov. 1993

Im Juli 1992 hatte man mit den Bauarbeiten zur Erweiterung der Hauptschule an der Herschelstraße begonnen. Sieben Monate danach, im Juni 1993 waren die Arbeiten beendet. Rund 2,7 Millionen haben diese Baumaßnahmen gekostet, 600 000 DM weniger als ursprünglich angesetzt. Das sind 690 Mark pro Kubikmeter umbauten Raum.

   

Vier neue Klassenzimmer, ein moderner Physikraum, ein Physik/Chemie-Übungsraum und zwei Vorbereitungsräume waren hinzugewonnen. Außerdem konnte der ehemalige Physikraum im Altbau nun als Werkraum genutzt werden und an Stelle der Sammelgarderobe im Eingangsbereich wurde ein Textilarbeitsraum geschaffen. Der ärgsten Raumnot war damit abgeholfen.

 

Die Einweihungsfeier mit offizieller Schlüsselübergabe zog sich in Folge der vielen Reden etwas arg lange hin. Unter anderen gratulierten Oberbürgermeister Peter Schnell und Schulamtsdirektor Josef Mayerhofer den Schülern der Herschelschule und ihrem Rektor Werner Kopp zum gelungenen Erweiterungsbau. Der Schulchor und die Mädchentanzgruppe sorgten zwischendurch mit ihren schwungvollen Einlagen für die notwendige und gelungene Auflockerung. Auch die Theatergruppe, die schon mal die Versuchsmöglichkeiten im neuen Chemiesaal im lustigen Spiel vorwegnahm, fand großen Gefallen.

   

Für den Rest des Tages war bei einem Tag der offenen Tür eine zwanglosere Atmosphäre angesagt. Gäste, Schüler und Eltern konnten bei einem Rundgang durch das Schulhaus Werke der Schüler aus dem Kunst-, Textil- und Werkbereich begutachten. Zwischendurch war auch mal eine Pause bei Kaffee und Kuchen möglich, eine gute Gelegenheit zur munteren Kontaktpflege.

 

  

1997

25 Jahre Hauptschule a. d. Herschelstraße

Mit einem Festakt und einem bunten Programm für Eltern, Lehrer und Schüler feierte die Hauptschule an der Herschelstraße im Mai 1997 ihr 25-jähriges Bestehen.

 

      

Rektor Werner Kopp begrüßte die zahlreichen Gäste. Oberbürgermeister Peter Schnell hielt die Festansprache. Als besonderes Anliegen der Schulleitung und Lehrer hob der Schulleiter danach in seiner Ansprache die Integration der zahlreichen Schüler aus Aussiedler- und Ausländerfamilien hervor. So hatte die Schule 1972 nur 42 Schüler ausländischer Herkunft, jetzt seien es bereits 182. Darin spiegele sich der Wandel der Bevölkerungsstruktur im Pius-Viertel wider.

      

Nach dem offiziellen Teil konnten die Gäste Sportvorführungen und Modeschauen sehen, die Herschel-Disco besuchen oder der Lehrerband zuhören. In verschiedenen Räumen der Schule waren Ausstellungen von Schülerarbeiten aufgebaut, außerdem liefen im Schulhaus Vorführungen und Projekte  wie das „fliegende Klassenzimmer“. Auf große Resonanz stieß die Schülerzeitung „Der kleine Herschel“, in der aus der Geschichte und aus dem täglichen Leben der Schule berichtet wird.

      

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