Ergebnis der Besprechung am 19.10. 2011 (Vertreter von: MS Schanz, MS Lessing, MS Oberhaunstadt, MS Stoll, MS Pestalozzi, MS Friedrichshofen, MS Herschel)

 

Die mündliche Prüfung im Quali Englisch sieht die drei Bereiche


1. Zusammenhängendes Sprechen (Monologue)

2. Sinngestaltendes Lesen und Beantwortung von Fragen (Expressive Reading and Discourse)

3. Teilnahme an Gesprächen (Guided Talk)

vor.


Im Bereich des monologischen Sprechens sind grundsätzlich zwei mögliche Aufgabenstellungen gegeben und zwar ein kurzes Referat (Oral Report) oder eine Bildbeschreibung (Picture Based Task).


Bei der Aufgabenstellung „Oral Report“ hat sich in den letzten Jahren gezeigt, dass der Gleichbehandlungsgrundsatz aller Prüflinge nicht mehr gewährleistet ist:

-     Das Referat muss naturgemäß zu Hause vorbereitet werden. Viele Schüler erhalten dabei Hilfe von Eltern, Geschwistern, Nachhilfelehrern...Andere Schüler nicht!

-    Vielfach war das Thema des Referats nicht geeignet , d.h. entweder zu einfach formuliert („My family“) oder über A2-Niveau und fachfremd ( „Solar system“) und somit überfrachtet.

-    Vor allem externe Prüfungsteilnehmer hatten oft exotische Themen oder Themen, die von der Prüfungskommission nicht vorgesehen waren. Es war dann schwierig, diese Prüflinge auf andere Themen zu verweisen. Auch hier war deutlich, dass die Referate meist vorgefertigt und nicht von den externen Prüflingen selbst erstellt waren.

 

Einige Schulen im Schulamtsbezirk Ingolstadt haben bereits seit mehreren Jahren die Aufgabenstellung „Bildbeschreibung“ gewählt und gute Erfahrungen damit gemacht.

Auch bei der o.e. Besprechung war die einhellige Meinung, dass diese Aufgabenstellung gut zu bewältigen ist und eine eindeutigere Beurteilungsgrundlage bietet. Außerdem kann diese Aufgabenstellung im Unterricht gut geübt werden und ist den Schülern zudem aus anderen Fächern (Deutsch, Kunsterziehung) vertraut.

 

Wir haben uns deshalb auf folgenden Prüfungsablauf geeinigt:


  1. Picture Based Task (monologisches Sprechen)
  2. Expressive Reading and Discourse
  3. Reacting to Prompts

1.Picture Based Task


Zum Verfahren:

Für die Prüfung wählt die Prüfungskommission 6 verschiedene Bilder aus, die dem Schüler nicht bekannt sind.


Im Unterricht werden vorher thematisch gleiche, jedoch nicht identische Bilder geübt. Dies dient auch der Erarbeitung des entsprechenden Wortschatzes.


Externe Prüflinge erhalten die Information, dass die Bilder sich auf bestimmte Themenbereiche beziehen.


Als geeignet wurden bei der Besprechung genannt:

-          At the lake / seaside

-          At the campsite

-          At the airport

-          A road accident

-          At the tourist information

-          At the station


Zu all diesen Bildern finden sich im Akademiebericht Nr. 425 der Akademie Dillingen die entsprechenden Bilder, die dann für die Prüfung zur Verfügung stehen. Ähnliche Bilder lassen sich für Übungszwecke leicht finden (Beispiel: google Bilder , Thema eingeben oder „Wimmelbücher“).


Zum Prüfungsablauf:

Das (vom Lehrer ausgewählte oder vom Prüfling geloste / gewürfelte ) Bild wird dem Prüfling ausgehändigt. Dem Schüler sollte die Gelegenheit gegeben werden, sich das Bild genauer anzusehen (ca. 60 Sekunden). Dann wird er vom Prüfer aufgefordert, das Bild zu beschreiben. Da diese Aufgabe als Alternative zum Referat gedacht ist, sollte der Schüler zunächst wenigstens eine Minute zusammenhängend alleine sprechen. Der Prüfer kann Impulse geben, wenn der Schüler stockt, der Sprechanteil des Schülers sollte jedoch deutlich höher als der des Prüfers sein. Nach der Beschreibung reagiert der Schüler auf Impulse und Fragen des Prüfers.


2. Expressive Reading and Discourse

Die von der Prüfungskommission ausgewählten Lesetexte sollten den Prüflingen bekannt sein und auch den Externen ausgehändigt (oder anderweitig bekannt gemacht) werden.


3. Reacting to Prompts

Auch hier waren sich die Teilnehmer der Besprechung einig, dass die Situationen, die in der Prüfung vorgelegt werden, nicht schon als Übungsmaterial verwendet werden sollen. Analog zur Bildbeschreibung wählen auch hier die Prüfungskommissionen Situationen aus, die sie mit ähnlichem Material üben. Die Situationen werden den Externen bekannt gegeben.


Zum Ablauf:

Bei dem Prüfungsteil „Reacting to Prompts“ sollten die Schüler einen angemessenen Zeitraum zum Überlegen erhalten ( bis zu 60 Sekunden). Es ist darauf zu achten, dass die Rolle, die der Schüler zu übernehmen hat, einigermaßen realistisch ist (Beispiel: At the tourist information : Lehrer: "office clerk“, Schüler: "tourist“ ).


Auf den Akademiebericht Nr. 425 der Akademie für Lehrerfortbildung und Personalführung wird verwiesen! Ein möglicher (!) Bewertungsbogen aus diesem Bericht befindet sich im Anhang.


Frau Ciesla von der Mittelschule Oberhaunstadt war so freundlich, ihr Übungsmaterial zum Prüfungsteil „Reacting to Prompts“ zur Verfügung zu stellen. Vielen Dank hierfür! Sollte sich auf diesem Wege eine „Materialbörse“ für Übungsmaterialien ergeben, wäre das sehr erfreulich. Ich bin gerne bereit, entsprechende Arbeitsblätter weiterzuleiten.


Selbstverständlich ist die mündliche Prüfung nach wie vor eine schulintern gestellte Prüfung, die in der Eigenverantwortung der Prüfungskommission vor Ort liegt. Trotzdem wäre es – vor allem angesichts der ständig steigenden Anzahl von Externen – sehr zu begrüßen, wenn man sich - zumindest innerhalb des Schulamtsbezirks Ingolstadt - auf ein einheitliches Prüfungsverfahren einigen könnte. Beschwerden von Externen hinsichtlich der unterschiedlichen Prüfungen an den einzelnen Schulen hätten dann keine Grundlage mehr.

Ich bitte die Schulleitungen, diese Informationen mit den Prüfungskommissionen zu besprechen.


Für Nachfragen und Anregungen stehe ich gerne zur Verfügung. Auch für eine SchiLf an den einzelnen Schulen zum Thema bin ich nach vorheriger Terminabsprache gerne bereit.


Mit freundlichen Grüßen


Petra Kraus-Horndasch

Demnächst werden die Kollegen hier zu wichtigen Bereichen des Faches Englisch informiert!!